Marathonstrecke 45/86/127 km


 

Traditionell startest Du auf dem Platz der Begegnung mitten in Gilserberg (ca. 330m ü.N.N.). Nach einer Einführungsrunde, bei der Du Dir die Müdigkeit aus den Beinen treten kannst, werden Dich zahlreichen Zuschauer in Gilserberg frenetisch bei deinem Weg auf die erste Runde anfeuern.

Damit sich das Feld erst einmal etwas „strecken“ kann, geht es auf einer kleinen Landstraße in den Nachbarort Moischeid. Direkt nach dem Ortsschild erwartet Dich ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen wird. Ein kurzer Stich auf Teer, fördert schon das erste Laktat in deinen Beinen.

Aber nach wenigen hundert Metern geht es dann endlich ins Gelände, und auf ausgewaschenen Karrenwegen geht es gleich dem ersten mentalen Etappenziel dem Jeust mit seinem 585 Meter hohen Gipfel entgegen. Nach ordentlicher Kletterei auf Schotter, heißt es für Dich am letzten Stich zur Schutzhütte noch einmal: „Beißen!“.

Oben angekommen, bleibt Dir keine Zeit zum Verschnaufen, denn nun kommt einer der Sahne-Trails des Kellerwald-Bikemarathons. Zunächst auf sanften Saumpfaden, dann immer steiler werdend geht es hinab in Richtung Schönstein. Ein kleiner Zwischenanstiegt, macht Dir bewusst, dass es auf gut Deutsch „Bergrad“ heißen würde, aber schon nach wenigen hundert Metern folgt der zweite Teil des „Jeust-Trails“, der Dich direkt oberhalb von Schönstein ausspuckt.

 

Vielleicht würdest Du gern umdrehen um den Trail noch einmal zu fahren, aber Du siehst schon dein nächstes Ziel vor Augen. Denn nach Schönstein (ca. 315m ü.N.N.) kommt der Wüstegarten.

675 Meter hoch, grün, ordentlich steil und der höchste Berg im Schwalm-Eder-Kreis. Und um zu testen  ob Du ihm überhaupt gewachsen bist, erreichst Du ihn nur über die „Pferdewiese“. (Manche sagen sie heißt so weil es kein Pferd gibt, das dumm genug wäre  diese Wiese hoch zu laufen) Auf einem wirklich fiesen Grasweg, kannst Du erstmal testen, ob Du überhaupt in der Lage bist das „Grüne Monster“ zu bezwingen.

Der feingeschotterte Waldweg nach der „Pferdewiese“, wird Dir wie eine Wohltat vorkommen, es rollt, die Steigung ist gemächlich und Du kannst es laufen lassen. So gewinnst Du schnell an Höhe. Und um den Höhegewinn noch etwas zu verstärken, nimmst Du die „Abkürzung“ über die „Kuss-Schneise“. Auch wenn es vielleicht so klingt, mit Zärtlichkeit hat die nun so rein gar nix zu tun, aber dafür gewinnst Du hier mit jeder einzelnen Kurbelumdrehung Meter für Meter an Höhe. Im Anschluss geht es dann noch einmal über feinen Schotter bis zum höchste Punkt deiner heutigen Tour, den Du direkt unterhalb des Kellerwald-Turms hast erreichst.

Und wenn man ganz oben ist? Na klar, dann geht es runter aber mit Gebrüll! Die „Turm-Schneise“ führt in gerade Linie hinunter zur „Fliegerlinde“, Bäume sausen an Dir vorbei und trotz des Tunnelblicks der sich garantiert einstellt, heißt es für Dich: „fokussiert bleiben“, damit die „Fliegerlinde“ nicht zur „Abfliegerlinde“ wird.

Als „Cool-Down“ schließt sich nun wieder eine fein geschotterte Passage an, die sich den Wüstegarten hinunter windet und Dich dabei direkt zu einen weiteren Singletrail-Highlight führen wird. Denn auch die „Schieferrains-Schneise“ hat Suchpotential. Aber Du willst ja weiter, also wieder bergan auf dem Schotterweg auf den Dich dieser Singletrail geführt hat.

Inzwischen wird Dir das Konzept des Kellerwald-Bikemarathon klar. Auf feinen Forstwegen bergauf um auf feinsten Trails bergab zu surfen. Und so dient der jetzige Teil der Strecke auch nur dazu Dich auf kürzestem Weg zum  nächsten Trail zu bringen. Der „Lauterbach-Trail“ belohnt Dich mit Fahrspaß pur und der „Verpflegungsstation Densberg“ an seinem Ende.

 

Du hast jetzt gute 25 km in den Beinen und möchtest deine Energiereserven sicher gern füllen. Das macht auch Sinn, denn auch wenn Dich die Strecke jetzt erst noch weiter bergab führt, stellst Du bei einem Blick auf deinen Höhenmesser fest: „Das kann es noch nicht gewesen sein.“ Aber bevor es noch ein-, zwei-oder vielleicht auch dreimal bergauf geht, hast Du noch etwas Zeit zum Verschnaufen und kannst die herrliche Landschaft des Gilsatals genießen. So rollst Du flott voran zurück in Richtung Schönstein und erreichst mit der „Nordebrücke“ den tiefsten Punkt deiner heutigen Tour.

Nach der Überquerung der Norde, passierst Du die „Nordemühle“ und das „alte Forstamt“. Spätestens jetzt hast Du sicher wieder Lust auf etwas Kletterei. Wie gut das es da den „Hundskopf“ gibt.

Also nimmst Du den malerischen Weg durch das „Bernbachtal“, warum dieses Teilstück gern auch „die Sauna“ genannt wird, wirst Du selbst sehr schnell erkennen. Wenn Du „deinen Saunagang“ beendet hast, wirst Du mit der Abfahrt vom „Hundskopf“ (ca. 470m ü.N.N.) über den Schießstand-Trail in Richtung Schönau belohnt. Über die „Alte Loipe“ und den „Hochbehälter“ fährst Du weiter steil bergab in Richtung „Bernbachtal“. „Bernbachtal“? Ja genau da warst Du schon einmal, aber es ist ja auch ein schönes Tal, da kann man ruhig öfter durch fahren.

Unten angekommen, liegt nun der letzte wirklich nennenswerte Berg vor Dir. Der „Schönauer Schlossberg“.

 

Auf Forstwegen geht es kontinuierlich bergan. Gut zu fahren und schon ein wenig Erholung nach all dem auf und ab der zurückliegenden Kilometer. Vor Dir liegen jetzt nur noch wenige Kilometer bis nach Gilserberg. Über den wirklich herrlichen „Hüchelmühlen-Trail“, der Dir aber auch noch einmal alles abverlangen wird, da sind wir uns sehr sicher , geht es vorbei an der namensgebenden Mühle in den „Grund“. Auf den letzten Kilometern, liegt es bei Dir: Den festen Feldweg nutzen um noch ein paar Platzierungen raus zufahren, oder lieber die Beine schonen, ganz gleich ob für Runde 2, Runde 3 oder die wohlverdiente Dusche.

Denn nachdem Du den finalen „Pappel-Trail“ kurz vor dem Ziel Durchfahren hast, hast Du genau diese drei Optionen.

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